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Behandlung der MS
Ist MS heilbar?
Für
die MS gibt es bis heute noch keine Therapie, die an den Ursachen ansetzen kann
und sie ist nicht heilbar, aber behandelbar:
Denn es gibt heute Möglichkeiten, das Krankheitsgeschehen positiv zu
beeinflussen und so den Verlauf der MS zu verlangsamen. Deshalb wird zu einen möglichst
frühen Zeitpunkt der Beginn einer Behandlung angestrebt.
I Die Akutbehandlung des Schubes
Sie wird in aller Regel mit hoch dosiertem Cortison durchgeführt, das in
Megadosen bald die Entzündung, die zum Schub geführt hat, bremsen kann. Es
wird über 3 oder 5 Tage in einer Dosierung von 1000 mg Methylprednisolon
intravenös gespritzt oder als Kurzinfusion verabreicht. Diese Behandlung führt
zu einer signifikanten Verkürzung der Schubdauer und dient der Vorbeugung
bleibender Narben. Auf den Krankheitsverlauf selber hat Cortison keinen
Einfluss.
Geht ein Schub mit stark behindernden Symptomen einher und tritt unter dieser
Behandlung keine ausreichende Besserung ein, wird nach 14 Tagen eine weitere
Behandlung mit doppelter Dosierung (2000 mg Methylprednisolon/Tag) über 5 Tage
durchgeführt.
In seltenen Fällen reicht auch eine solche Folgebehandlung nicht aus. Dann kann
eine weiterführende Behandlung mittels Plasmapherese (Blutwäsche) angeboten
werden. Diese Behandlungsmethode steht nur in Unikliniken oder einigen wenigen,
hochspezialisierten MS-Zentren zur Verfügung.
II Immunmodulatoren
Diese Mittel modifizieren die Funktion der krank machenden T-Zellen, wodurch
diese zu Immunzellen mutieren, die einen entzündungshemmenden Effekt haben, den
sogenannten Th1 -> Th2 Shift. Darüber hinaus haben die Betainterferone noch
weitere, antientzündliche Wirkungen.
Diese Medikamente werden deswegen "Immunmodulatoren" genannt und sind
derzeit seit fast 10 Jahren für den Einsatz bei der MS erhältlich. Derzeit
sind in der BRD folgende Immunmodulatoren zugelassen:
- Gentechnisch hergestelltes Beta-Interferon 1a, das dem
menschlichen Beta-Interferon entspricht.
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Hersteller:
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Serono
(Schweiz)
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Handelsname:
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Rebif 22
und Rebif 44
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Anwendung:
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3x/Wo unter
die Haut gespritzt
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Info:
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www.leben-mit-ms.de
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Hersteller:
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Biogen
(USA)
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Handelsname:
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Avonex
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Anwendung:
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1x wöchentlich
in den Muskel gespritzt
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Info:
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www.ms-life.de
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- Gentechnisch hergestelltes Beta-Interferon 1-b, was bis auf eine
kleine Seitenkette dem menschlichen Beta-Interferon entspricht.
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Hersteller:
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Schering
(BRD)
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Handelsname:
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Betaferon
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Anwendung:
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jeden 2.
Tag unter die Haut gespritzt
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Info:
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www.ms-gateway.de
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- Glatirameracetat ist ein synthetisches Gemisch von 4 Aminosäuren,
die auch in der Myelinscheide vorkommen. Diese Substanz zieht die
Immunreaktion auf sich, was zu einer ähnlichen Modifikation der
Immunantwort führt.
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Hersteller:
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Aventis
(USA)
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Handelsname:
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Copaxone
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Anwendung:
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täglich
unter die Haut gespritzt.
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Info:
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www.copline.de
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Die Wirksamkeit dieser Medikation ist in vielen Bereichen ähnlich gut. Die
unten stehende Tabelle gibt Information darüber.
Für alle Präparate sind in dieser Tabelle die 2-Jahresdaten aus den
zulassungsrelevanten Studien aufgeführt. Zusammenfassend kann gesagt werden, daß
im Schnitt eine ca. 30 %-ige Senkung der Schubhäufigkeit erreicht wird und daß
für mindestens 2 der genannten Mittel ein progressionsverlangsamender Effekt
angenommen werden darf. Wenn man bedenkt, dass es auf jede Therapieform auch
Betroffenen gibt die auf das gewählte Medikament überhaupt nicht ansprechen (für
die ist ein Wechsel sinnvoll, z.B. von Interferon auf Copaxone) und man die
Gruppe der Betroffenen beschaut, die einen Therapieeffekt zeigen, so gelingt es,
bei ca. 50% der Betroffenen die Erkrankung deutlich zu verlangsamen.
Vergleichsdaten über die Basistherapien

Alle Studien
im Vergleich als itt-Studien.
III Immunsuppressiva
Um den Verlauf günstig zu beeinflussen, stehen zudem noch einige
Immunsuppressiva zur Verfügung. Diese Mittel senken die Anzahl normal
funktionierender T-Zellen.
Das Azathioprin, welches von verschiedenen Herstellern angeboten wird, wird als
Tablette eingenommen. Die Datenlage aus den diversen Studien ist etwas widersprüchlich.
Viele Experten sehen in diesem Medikament eine Alternative für Betroffene mit
einer Spritzenphobie bzw. ausgeprägter Spritzenangst.
Bei langjähriger Anwendung besteht die Gefahr eines Anstieges des Krebsrisikos.
Mitoxantron ist ein Immunsuppressivum, das zudem immunmodulierende Eigenschaften
hat und wird derzeit als Therapieeskalation eingesetzt, wenn mit den herkömmlichen
Immunmodulatoren kein Erfolg erzielt werden kann. Es ist gesichert wirksam. Das
Mittel wird alle drei Monaten als Kurzinfusion verabreicht.
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Handelsname:
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Ralenova
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Firma:
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Wyeth
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Anwendung:
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alle 3
Monate als Kurzinfusion
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Info:
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www.wyeth.de
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IV Natalizumab
Vieles ist der
unmittelbaren Vergangenheit über diesen monoklonalen Antikörper gesagt worden.
Es bietet aber eine Effektivität, die mit den bisher zugelassenen Therapien
nicht vergleichbar ist! In den Studien wurde aber deutlich, dass unter diesem
Medikament der Körper nicht mehr ausreichend in der Lage ist, die eigene
Immunkontrolle aufrecht zu erhalten, so dass es vermehrt zum Auftreten sog.
opportunistischer Infektionen kommen kann (z.B. Tuberkulose). In den Studien wo
Natalizumab in Kombination mit Interferon eingesetzt wurde, traten vereinzelt tödliche
Komplikationen auf in Form der PML, eine sehr seltene, durch JC-Viren
verursachte Infektion des Gehirnes. Natalizumab ist daher nur als Einzeltherapie
zugelassen und nur schwere MS-Verläufe vorbehalten
| Handelsname |
Tysabri |
| Hersteller |
Biogen |
| Anwendung |
1x/Monat alsInfusion |
| Info |
www.tysabri.de |
V Immunglobuline
Zu den intravenös angewandten Immunglobulinen wächst derzeit die positive
Datenlage für den Einsatz bei der rein schubförmigen MS. Es wird einmal
monatlich als Infusion gegeben. Allerdings besteht für die Indikation MS noch
keine Zulassung.
Da die anderen Mittel grundsätzlich mit einem erhöhtes Risiko auf Fehl- bzw.
Frühgeburten einhergehen, kommen die Immunglobuline vor allem bei jungen Frauen
und bestehendem Kinderwunsch und für die Stillzeit in Frage.
Wer noch mehr dazu lesen
möchte, weitere interessante Beiträge gibt es bereits in unserem Forum /
Board, z. B.:
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